Die Immobilie im Vorsorgefall

Individuellen Vorsorgeinstrumente für Ihre Immobilie

Die Immobilie im Vorsorgefall
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Vorsorge – das kann noch warten, denken die meisten. Im Regelfall geht alles gut: Viele Menschen erreichen heute ein hohes Alter. Dennoch passiert es immer wieder, dass mitten im Leben stehende Menschen plötzlich durch einen Unfall in eine Situation geraten, in der sie sich dauerhaft nicht mehr um ihre Angelegenheiten kümmern können. Selbst wenn man ein hohes Alter erreicht, ist nicht sicher, dass man noch für sich selbst entscheiden und handeln kann – beispielsweise wegen einer Altersdemenz.
Grundsätzlich dürfen weder Ehegatten noch Kinder in einem solchen Fall Erklärungen für den Betroffenen abgeben. Sie sind nach dem Gesetz nicht vertretungsberechtigt. Fehlt dann eine durchdachte Vorsorgeregelung, tritt zunächst Stillstand ein. Das kann teuer werden.
Erleidet zum Beispiel ein Familienvater in den besten Jahren einen Schlaganfall, und ist er Alleineigentümer eines Mehrfamilienhauses, kann Handlungsbedarf infolge eines Mietausfalls entstehen. Eine Kündigung und der Abschluss eines Mietvertrags mit einem neuen Mieter werden erforderlich. Als Wohnungseigentümer sind Entscheidungen im Rahmen von Eigentümerversammlungen, insbesondere zu Investitionen, zu treffen. Bewohnt der Familienvater mit seiner Familie ein finanziertes Einfamilienhaus, kann die Neuregelung der Finanzierung nötig werden, oder – wenn durch den Wegfall seines Einkommens das Geld nicht mehr reicht – es muss sogar das Haus verkauft werden.
Ohne Vorsorge kann niemand für den Betroffenen Entscheidungen treffen oder Erklärungen abgeben. In diesen Fällen bestimmt das Betreuungsgericht einen Betreuer, der als gesetzlicher Vertreter alles Notwendige regelt. Das kann allerdings dauern. Und über die Person des Betreuers entscheidet das Betreuungsgericht – nicht immer zur Zufriedenheit der Angehörigen. Sind beispielsweise Ehemann und Ehefrau je zur Hälfte Miteigentümer einer Immobilie, scheidet unter Umständen der Ehegatte wegen eines potenziellen Interessenkonflikts als Betreuer für einen Hausverkauf aus – denn er müsste ja gleichzeitig seine eigenen Interessen und die des anderen vertreten, was nicht immer miteinander vereinbar ist.
Vorsorge kann und sollte man in vielerlei Hinsicht besser selbst treffen: In einer Betreuungsverfügung, die sich ans Betreuungsgericht richtet, kann man die Person festlegen, die das Gericht im Fall der Fälle als Betreuer bestellen soll (meist ein Familienmitglied oder eine andere Vertrauensperson). Schneller einsetzbar ist eine Vorsorgevollmacht, die man einer Vertrauensperson erteilt, damit der Bevollmächtigte für den Betroffenen Erklärungen abgeben kann. Der Bevollmächtigte steht nicht unter der Aufsicht des Betreuungsgerichts (das kann Vorteil und Nachteil sein). Ehegatten können sich in einer Vollmacht auch die Erlaubnis erteilen, dass einer gleichzeitig Geschäfte für sich und den anderen vornehmen darf. Zu beachten ist dabei, dass bei Verfügungen über Immobilien die Vollmacht zumindest notariell beglaubigt sein muss.
Wichtig: Je mehr Handlungsmöglichkeiten bestehen, umso mehr Missbrauchsmöglichkeiten gibt es. Daher sollten die persönliche Situation und der Handlungsbedarf immer Ausgangspunkt für die Frage sein, welche individuelle Vorsorge gewählt wird und welche Kontrollinstrumente man vorsieht.

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