Kaufen oder Mieten / Vor- und Nachteile auf einen Blick

Soll ich‘s wagen oder lieber lassen?

Kaufen oder Mieten / Vor- und Nachteile auf einen Blick
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Mehr als jeder zweite Deutsche träumt den Traum von den eigenen vier Wänden – gerade in Zeiten der Wohnraumknappheit, steigenden Mieten und Wertsteigerung von Immobilien sehen viele Menschen im Eigenheim die sicherste Art der Altersvorsorge. Zudem sind die Zinsen für Immobilienkredite seit Jahren auf einem Rekordtief: Nur 1,17 Prozent müssen Käufer aktuell im Schnitt für ein Darlehen mit einer Zinsbindung von zehn Jahren zahlen. Bei einer Lauflänge von 30 Jahren sind es 2,2 Prozent (Stand: Januar 2016). Die wichtigste Voraussetzung für den Kauf ist, dass die Finanzierung sicher durchgeplant wird – Experten raten von einem Eigenkapitalanteil von mindestens 20 Prozent – und das Haus oder die Wohnung vor dem Renteneintritt abgezahlt ist. Durch die eingesparte Miete wird die Immobilie schließlich zur zusätzlichen Rente. Doch ob sich die Kreditraten bis zur Pensionierung tilgen lassen, hängt von der finanziellen Situation des Immobilienbesitzers ab. Was viele oft vergessen: Zu dem Kaufpreis können Notarkosten, Gerichtskosten (Grundbucheintrag), Grunderwerbssteuer und Maklergebühren kommen. Und wenn die Finanzierung schließlich auf sicheren Beinen steht, muss sich jeder Käufer darüber bewusst sein, den Gürtel für die kommenden Jahre enger schnallen zu müssen – tschüss Malediven, hallo Mallorca! Und ist die Immobilie erst einmal abbezahlt, müssen Rücklagen für Instandhaltungskosten und anfallende Reparaturen gebildet werden. Mehr als die Hälfte der Deutschen hat den Traum von der eigenen Immobilie, doch es gibt auch genug Gründe, warum sich die Entscheidung für eine Mietwohnung lohnt.
Eine Immobilie ist in den seltensten Fällen eine absolut sichere Wertanlage, unterliegt deren Wert doch stets auch Schwankungen. Kommt es in einer Stadt oder einem Stadtteil zu einem wirtschaftlichen Rück- oder Niedergang, kann sich schnell ein Wertverlust einstellen. Einer der größten Vorteile für Mieter: Flexibilität. Sie bleiben unabhängig bei der Wahl des Wohnorts – das kommt einem zugute, wenn aus beruflichen Gründen ein Ortswechsel oder ein Umzug aufgrund geänderter Lebenslage wie die Trennung vom Partner oder eine Familiengründung anstehen. Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass im Vergleich zur Kaufimmobilie bei einer Mietwohnung geringere laufende Kosten anfallen. Ein Mieter muss sich um fast nichts kümmern – streikt die Heizung oder leckt ein Rohr, ist der Besitzer oder Vermieter in der Pflicht. Durch den Wegfall von Belastungen durch langfristige Investitionen ist das finanzielle Risiko für den Mieter zudem sehr gering. So bietet sich oft mehr Spielraum für Spontaninvestitionen als bei Immobilienbesitzern.
Bleibt abschließend die Frage: Kaufen oder mieten? Eine klare Antwort darauf gibt es nicht, hängt diese Entscheidung doch immer von der ganz persönlichen Lebenssituation und den individuellen finanziellen Möglichkeiten ab. Wer in Zeiten eines niedrigen Zinsniveaus genug Eigenkapital besitzt und einen Wohnort mit hohen Mieten und guter Infrastruktur wählt, der kann mit einem Kauf in der Regel wenig falsch machen und den großen Traum leben. Wer sich private und berufliche Flexibilität wahren möchte, dem ist wohl eher das Wohnen zur Miete geraten, ist ein Haus- oder Wohnungskauf schließlich oft eine Entscheidung fürs Leben. Viele Informationen zum Kaufen finden Sie unter http://www.immobilienmarktheidelberg.de/immobilien-heidelberg/kaufen/wohnungkaufenheidelberg/.

 

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