Bauherren sollten sich schützen - einige unverzichtbare Versicherungen

In jeder Phase eines Bauvorhabens können Fallstricke lauern

Bauherren sollten sich schützen - einige unverzichtbare Versicherungen
Foto: djd/Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende/shutterstock

Ein Hausbau ist in der Regel die größte Investition des Lebens - entsprechend sorgfältig sollte er geplant sein. Fallstricke lauern in jeder Phase des Vorhabens, von der Grundstückssuche über den Bauvertrag bis hin zur Bauabnahme. Wer sich gut informiert, kann viele Fehler von vornherein vermeiden. Dabei helfen zum Beispiel Checklisten. Hier eine Auswahl wichtiger Dinge, die es zu beachten gilt:

- Baugrund- und Bodengutachten

Wer endlich ein passendes Grundstück gefunden hat, will am liebsten "Nägel mit Köpfen" machen. Im Verborgenen können aber Gefahren lauern, die vor dem Kauf unbedingt geprüft werden sollten. Klarheit schafft ein Baugrund- und Bodengutachten. Hierbei wird das Grundstück unter anderem auf Bodenqualität, Tragkraft, Wasservorkommen und Altlasten überprüft. Aufgrund der ermittelten Werte gibt das Gutachten Empfehlungen zu eventuell erforderlichen Maßnahmen der Baugrundverbesserung sowie zur Gründung.

- Bauvertrag

Der Vertragsgegenstand muss im Bauvertrag eindeutig definiert werden, sämtliche in den vorbereitenden Verkaufs- und Planungsgesprächen getroffenen Vereinbarungen sollten in den Vertrag aufgenommen sein. Letztlich zählt nur, was tatsächlich im Vertrag vereinbart wird. Unter anderem werden im Bauwerkvertrag auch Festpreis, Leistungsumfang, Eigenleistungen Zahlungsplan, Fristen und Sicherheiten vereinbart. Wer sich durch die Prüfung überfordert sieht, sollte einen Fachanwalt zu Rate ziehen.

- Ausführliche Bau- und Leistungsbeschreibung

Die Bau- und Leistungsbeschreibung ist die Grundlage der im Vertrag vereinbarten geschuldeten Bauleistung. Häufig sind Leistungsumfang, Ausstattungsstandard sowie Qualität und Güte der Baustoffe und Materialien nicht konkret, teilweise sogar unvollständig dargestellt. Je detaillierter die Bau- und Leistungsbeschreibung ist, desto höher ist die Rechtssicherheit für den Bauherrn.

- Termine

Termine für Baubeginn, Bauzeit und Fertigstellung sollten eindeutig festgelegt sein. Bereits im Vertrag sollte eine Vertragsstrafe für den Unternehmer für den Fall enthalten sein, dass Bauzeit und Fertigstellungstermin durch diesen verursacht nicht eingehalten werden.

- Baubegleitende Qualitätskontrolle

Ein Bausachverständiger, der das Bauvorhaben begleitet, kann Baumängel und Ausführungsfehler frühzeitig erkennen, darauf reagieren und die ausführenden Handwerker während der Bauphase zur Beseitigung etwaiger Missstände auffordern. Damit ist eine hohe Ausführungsqualität gesichert.

- Die Bauabnahme

Damit erkennt der Auftraggeber an, dass der Auftragnehmer seine vertragsgemäß geschuldete Leistung im Wesentlichen erbracht hat. Mit der Bauabnahme beginnt auch die vertraglich vereinbarte Gewährleistungsfrist. Ab jetzt müssen Mängel am Bau dem Unternehmer vom Bauherren nachgewiesen werden. Zudem gehen mit der Abnahme sämtliche Gefahren und Risiken auf den Bauherren über. Er sei von nun an für die Versicherung des Hauses gegen Sturm, Brand, Wasser und Diebstahl zuständig. Wichtig für Bauherren: Es sollte im Vertrag auf jeden Fall eine förmliche Abnahme vereinbart sein.

-Unverzichtbare Versicherungen

Bauherren haben mit teilweise großen Risiken zu tun, die man verhältnismäßig einfach absichern kann, etwa durch eine Bauherren-Haftpflichtversicherung. Vergleicht man den finanziellen Aufwand für die Versicherung mit dem möglichen Schaden, so wird man feststellen: Es lohnt sich, hier etwas zu tun.

Denn wenn auf der Baustelle Dritte zu Schaden kommen, trägt der Bauherr die Verantwortung und haftet unbegrenzt mit seinem Privatvermögen, sofern ihm ein Verschulden nachgewiesen werden kann. Schnell kann man auch ungeahnt zur Verantwortung gezogen werden: Passiert zum Beispiel einem Bekannten bei der Besichtigung der Baustelle ein Unfall oder wird die Baustelle von Kindern unbefugt betreten und kommen diese durch mangelhafte Sicherung der Baustelle zu Schaden, haftet der Bauherr dafür.

Haftpflichtversicherung mit Rechtsschutzfunktion

Gegen einen solchen Personenschaden auf der Baustelle kann man sich mit einer Bauherren-Haftpflichtversicherung schützen. Kommt es tatsächlich zu berechtigten Schadensersatzansprüchen von Dritten, so kommt diese Versicherung dafür auf. Darüber hinaus erfüllt sie eine Rechtsschutz-Funktion, indem sie unberechtigte Ansprüche gegen den Bauherrn notfalls auch gerichtlich abwehrt. Mitglieder einer Schutzgemeinschaft etwa können sich ein individuelles Versicherungsangebot erstellen lassen.

Bauleistungsversicherung für unvorhergesehene Schäden

Sollte ein Bauobjekt durch vom Bauunternehmer nicht zu vertretende Umstände zerstört oder beschädigt werden, ist man als Bauherr unter Umständen verpflichtet, dem Bauunternehmer seine ganz oder teilweise ausgeführten Leistungen zu vergüten. Speziell für diese Fälle gibt es die sogenannte Bauleistungsversicherung. Sie umfasse alle Zerstörungen und Beschädigungen an Bauleistungen und am Baumaterial, die während der Bauzeit auf der Baustelle unvorhergesehen eintreten. Die Laufzeit der Bauleistungs- oder Bauwesenversicherung erstrecke sich üblicherweise über die gesamte Bauzeit des Objektes. Damit schützt sie sowohl den Bauherrn wie auch den Bauunternehmer vor den entsprechenden finanziellen Risiken.

 

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