Naturdämmstoffe oder konventioneller Dämmstoff

Die Qual der Wahl in Sachen Dämmung

Naturdämmstoffe oder konventioneller Dämmstoff
Foto: djd

Über den Sinn von Dämmmaßnahmen wird in Deutschland seit längerem diskutiert. Handelt es sich um energiesparende Lösungen oder wird das Geld zum Fenster hinausgeworfen? Die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV) lässt Bauherren die Entscheidungsfreiheit, ob sie durch einen Schwerpunkt auf erneuerbare Energien, Wärmedämmung oder durch die Investition in eine effiziente Heizungsanlage die vorgegebenen Energiewerte erreichen wollen. Egal wie man zu dem Thema steht und wie das Haus gebaut werden soll, einige bauphysikalische und finanzielle Überlegungen sollte man im Vorfeld mit einbeziehen: Das Dämmen des Daches und der Bodenplatte ist in jedem Fall sinnvoll, denn dort geht die meiste Energie verloren. Erst danach sollte man mit der Planung der Energiebereitstellung beginnen. Denn erstens kann bei einer sinnvollen Dämmung die teure Heizungsanlage etwas kleiner ausfallen - und zweitens ist die ökologischste und ökonomischste Energie immer noch die, die gar nicht erst verbraucht wird.

Im Keller und Dachbereich befinden sich die größten Wärmeschutzpotentiale

Dämmmaterialien unterscheiden sich in vielen Aspekten. Das wichtigste Kriterium ist der Einsatzbereich. Nicht an allen Stellen kann man alle Materialien verwenden. In der Bodenplatte und beim Flachdach etwa muss der Dämmstoff eine bestimmte Druckfestigkeit und Feuchtigkeitsunempfindlichkeit aufweisen. Dies ist mit Naturdämmstoffen nicht erreichbar. Bei der Dämmung einer Kelleraußenwand oder der Bodenplatte wird deshalb überwiegend Extruderschaum (XPS) aufgrund seines hohen Wasserdampfdiffusionswiderstands und seiner extremen Druckfestigkeit eingesetzt. XPS ist einer der wenigen Dämmstoffe, der für die Bodenplatte eine Zulassung hat, da er den hohen bauphysikalischen Anforderungen entspricht. Materialien mit einer geringen Rohdichte wie XPS, das zu 98 Prozent aus Luft besteht, sind zudem ausgesprochen nachhaltig. Das Material erbringt konstant hohe Wärmedämmeigenschaften über einen sehr langen Zeitraum. Einmal in der Bodenplatte oder im Keller eingebaut, hält es ein Hausleben lang.

Steildach oder Flachdach

Im Dachbereich hängt die Dämmung entscheidend davon ab, ob man ein Steildach dämmt oder ob es sich um ein Flachdach handelt. Bei einem Steildach kann man zwischen den Sparren Mineralwolle oder auch Naturdämmstoffe verwenden. Bei einem Flachdach ist eine Wärmedämmung aus Extruderschaum sinnvoll, oberhalb der Dachhaut als sogenanntes Umkehrdach verlegt. Dies verlängert die Lebensdauer der teuren Dachabdeckung etwa um das Doppelte. Da 30 Prozent der Wärme über das Dach verloren gehen, ist es sinnvoll, die Dachfläche klein zu halten. Ein Flachdach bietet die geringste Fläche und ist daher energetisch besser als das Steildach. Bei Bedarf kann ein Umkehrdach in ein trendiges und ökologisch sinnvolles Gründach umgewandelt werden.

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